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F&A, Häufige Fragen / FAQ, Frequently asked


ICH DICH EHREN?
WOFÜR?

Splitter aus “Prometheus”, Johann Wolfgang von Goethe


WIR GLAUBEN AN DIE KIRCHE DER HEILIGEN VAGINA
WIR BETEN ZUR BEFLECKTEN EMPFÄNGNIS

zitiert nach “Alter Sack”, aus Walter Moers: Höhepunkte des Kapitalismus



FRAGE:
Gehören Sie zu den Vertretern eines neuen Bildersturms?

ANTWORT:
Dem widersprechen die Bilder auf diesen Seiten ;-) Doch im Ernst: Die wertvollsten und schönsten Kulturschätze verdanken wir  der Barbarei, die die römisch-katholische Kirche über Jahrhunderte an den Menschen Europas und Lateinamerikas ausübte. Wir gedenken der missbrauchten und misshandelten Menschen mit Trauer, wir BEdenken die Kirche mit Verachtung und schämen uns ihrer verheerenden Propaganda, die bis heute Elend über die Menschen bringt. Wir werden das kulturelle Erbe dieser Kirche in Ehren halten, sobald durch das Absterben ihrer Religion ein gefährliches spirituelles Vakuum droht.

Klar sind wir vehemente Atheisten. Aber genauso klar sind wir uns einer katholischen Herkunft bewusst und der Sinnenfreude ihrer liturgischen Rituale verbunden. Die spröde, verstandes-terroristische Moral des deutschen Protestantismus lehnen wir ab. Noch schärfer lehnen wir die fundamentalistischen Auswüchse des Protestantismus in den Vereinigten Staaten von Amerika ab. Für die Vermittlung des spirituellen Grundgefühls danken wir jedoch beiden Kirchen. Wir hegen durchaus ein ambivalentes Verhältnis zum Christentum - eine liebevolle Verachtung.



FRAGE:
Sie gehören also zu den unsäglichen, anrüchigen Markt-Produzenten von Wichsvorlagen?


ANTWORT:
Ja. Die Anregung und Unterstützung trieborientierter Phantasien ist sicherlich derjenige Produktionsgrund, der Marktrelevanz besitzt. Hoffentlich. <s>

Wir sehen männliches wie weibliches Onanieren allerdings nicht als etwas an, was einer abschätzigen, ehrabschneidenden Bewertung bedürfte. Wer eine solche Ehrabschneidung vornimmt, hat zunächst einmal ein sehr großes Problem im Zugang zu seinem eigenen Körper und muss sich bemitleidenswert unwohl in seiner Haut fühlen. Vielleicht sollte man - im zutreffenden Fall - einmal versuchen, eine etwas harmonischere Koordination zwischen Seele und Körper anzustreben? Das hilft, den eigenen Körper nicht weiterhin als “baba”, “schmutzig”, “Hände da weg!” und so weiter zu empfinden. Es kommt für jeden die Zeit, da Muttis lautes Wort nicht mehr gilt. Dann darf man nicht nur selbständig fühlen und denken. Man muss es sogar.



FRAGE:
Warum finden sich auf den Seiten von LVLC häufig Männer in einer ehr- und würdelosen, ja geradezu verachtungswürdigen Position gegenüber Frauen?


ANTWORT:
Ehre und Würde sind Begriffe, die sich sehr unterschiedlich mit Inhalt füllen lassen. Ein Mensch, der mit gesenktem Haupt im Tempel seiner Religion kniet, unterwirft sich vor seinem imaginierten Gott. Er verzichtet dabei bewusst auf sein Ehr- und Würde-Gefühl. Er tauscht diese Gefühle gegen andere ein: Geborgenheit, Hingabe, Versunkenheit, Einkehr, Entlastung von der Bürde des verantwortlichen Verstandes. Religion ist - naturwissenschaftlich reflektiert - eine lebensnotwendige Droge.

Aufgrund der historischen Vorarbeit von Reformation und später von Aufklärung und Französischer Revolution ist vielen Menschen dieses Lebens-Elixier abhanden gekommen. Weil es ihnen blödsinnig erscheint, einen oder mehrere Götter zu imaginieren, suchen sich diese Menschen Ersatz in der greifbaren, sichtbaren, gegenständlichen Welt. Für einen (heterosexuellen) Mann ist der schönste Ausdruck der gegenständlichen Welt das “Phänomen Frau”. Insbesondere romantisch veranlagten Männern erscheinen Begriffe wie “Ehre” und “Würde” gegenüber diesem “extraordinären” Phänomen völlig irrelevant. Die Begrifflichkeiten werden deshalb auf die Kommunikation mit gleichgeschlechtlichen Individuen angewandt. Hier stehen sie für Verlässlichkeit, Freundschaft, Vertrauen, Nicht-Angriffspakte, Bündnisse, Dogmen-Bruderschaften.



FRAGE:
Verstoßen Sie denn nicht gegen die Natur, indem sie Frauen als dominant und Männer als unterlegen darstellen?


ANTWORT:
Gegenfrage: Verstößt der männliche Pfau nicht gegen die Natur, indem er sich gegenüber den Hennen so aufwändig herausputzt, dass ihn der Adler von oben sofort ins Visier nimmt? - Will sagen: Es erscheint uns sehr weise, wenn wir darauf verzichten, der biologischen Natur eine logische oder strategische Stringenz zu unterstellen. Seit den bahnbrechenden Beobachtungen von Charles Robert Darwin erkennen wir immer deutlicher, dass die Natur des Planeten Erde ein gigantisches Experimentierfeld von Werden und Vergehen ist. Panta rei. - Dem Chas-Prinzip eine Logik zu geben, das kann man auch als die verantwortliche Aufgabe des Menschen betrachten.

Aber nun gut. Wir lassen uns einmal auf die Theorie von den “unverbrüchlichen Werten der Natur” ein. Dann können wir empirisch resümieren. Frauen sind de facto dominant gegenüber Männern. Jeder Mann, dessen Empfängersystem hochgefahren ist, wird instinktiv die Abweisungs- oder Lock-Signale einer Frau registrieren, nachdem er ihre Körperkonturen “gescannt” und für attraktiv befunden hat. Er wird ihre Nähe meiden, falls er ihre Abweisungssignale nicht als rituelles Spiel, sondern als ernsthaft gemeint erkennen muss. Einziges Problem bei der Geschichte: Nicht nur die Empfänger-Sensoren vieler Männer sind degeneriert, sondern auch die Sende-Einheiten vieler Frauen.

Das kann durchaus seine Zusammenhänge haben zu der Schrumpfung der Frau auf ein ortsfixiertes, hilfloses Gebärwesen und zu der Reduzierung des Mannes auf ein zwar schnelles, gewandtes, intelligentes, aber durch sein Massenauftreten inferiores Stück Leben.

LVLC will sein unbedeutendes Scherflein dazu beitragen, dass Frauen und Männer nicht auf ihre restaurativen und wilhelminischen Klischees geschrumpft werden. Wir fördern das aggressive Moment der Frau. Weil es zum gegenwärtigen gesellschaftlichen Zeitpunkt noch unzureichend zum Tragen kommt. Und wir fordern und fördern die Hingebungsfähigkeit des Mannes. Weil wir empfinden, dass der Mann dadurch an Lebensqualität gewinnt.

Wir sind uns bewusst, dass Männer und Frauen einander dadurch erkennen wollen, dass sie Unterschiede und Gegensätzlichkeiten (im Sinne “schlüssige Ergänzung”) zueinander definieren. Wir sind uns dabei sicher, der Unterschied in der Körperlichkeit reicht vollkommen aus. Alle darüber hinaus gehenden Abgrenzungen erweisen sich in hunderttausenden heterosexueller Zweier-Beziehungen jeden Tag aufs Neue als fatal.



FRAGE:
Auf Ihrer Seite tauchen immer wieder religiöse Anspielungen auf, teilweise auch Text- oder Bildaussagen, die man als religions-spöttisch bezeichnen könnte. Was hat es damit auf sich?


ANTWORT:
Spiritualität gehört zum seelischen Grundkostüm eines jeden Menschen. Die Fragen nach dem Anfang, nach dem Sinn und nach dem Ende werfen uns Menschen auf das Grundsätzlichste unserer Existenz zurück.

Die von uns verehrte Schriftstellerin Esther Vilar formulierte in ihrem Buch “Der betörende Glanz der Dummheit” einen Satz, der uns in diesem Zusammenhang sehr bedeutsam erscheint:

“Liebeserklärungen sind Kniefälle vor einem höheren Wesen - die bedingungsloseste Form der Kapitulation. Man könnte sie ohne jede sprachliche Korrektur in der Liturgie verwenden.”

Unser “höheres Wesen” ist nicht der Gott des Judentums, des Christentums oder des Islam. Unser höheres Wesen heißt FRAU. Wir möchten sie verehren. Wir möchten sie achten. Wir wollen sie auf Händen durch die Welt tragen. Wir wollen ihr die Sterne vom Himmel pflücken. Und nur aufgrund ihrer Schönheit, der Anmut ihrer Hüftbewegungen, den schmutzigen und den reinen Tönen in ihrer Stimme, dem Herzklopfen, das ihr Lächeln verursacht -und wegen der weichen Wärme und des scharfen Geruchs ihres Körpers.



FRAGE:
Aber es muss Ihnen doch klar sein, dass es blödsinnig ist, wenn ein Mensch einen anderen Menschen vergöttert?

ANTWORT:
Es ist nur dann blödsinnig, wenn diese Vergötterung auf Lebensdauer angelegt ist. In einer “Zweier-Beziehung” treten dann - nachvollziehbar - zwei Effekte ein: Wer einen anderen Menschen als Gott anbetet, der bürdet diesem Menschen ein Maß an Verantwortung und Macht auf, unter dem jeder und jede zusammenbrechen müsste. Und umgekehrt: Ein Mann oder eine Frau, von ihrem Gegenpart in Gottes-Position gesetzt, nimmt ihrem Anbeter / ihrer Anbeterin mit der Verantwortung gleichzeitig auch die selbständige Lebensfähigkeit weg. Denn wer auf Dauer im Korsett eines glückseeligen Sklaven steckt, der bricht in sich zusammen, sobald man ihm das Korsett entfernt. Menschen dauerhaft von der Last und Lust der Verantwortung zu befreien, das sieht LVLC als vorsätzliche Körperverletzung an. Und hiermit ist auch gleichzeitig unsere Position gegenüber dem sog. “24/7” bestimmt: Auf die Gefahr hin, dass wir mit dieser Aussage Teile unserer Zielgruppe brüskieren: Wir halten 24/7 für einen gefährlichen, unverantwortlichen Blödsinn. Es gibt keine “naturdominanten” und es gibt keine “dauerdevoten” Menschen. Sollte es sie dennoch geben, sieht LVLC dies als gesellschaftsschädlich an. Dem einen Extrem mangelt es an realistischer Selbstbeschränkung, dem anderen Extrem mangelt es an charakterlicher Substanz.

LVLC vertritt den in den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts verbreiteten Gedanken der “situativen Bedingtheit” menschlichen Fühlens und Handelns. LVLC sieht sich insofern in der soziologischen Denktradition des Behaviourismus.



FRAGE:
Bei LVLC handelt es sich also um ein Angebot mit soziologischen Bezügen, nicht um ein solches mit religiösen?


ANTWORT:
Beides. Allerdings vermeiden wir gern die Begrifflichkeit “Religion”, da sie im Westen und im Nahen und Mittleren Osten zu stark mit den drei monotheistischen Glaubenskonstrukten verknüpft ist. Wir lehnen insbesondere diese drei Religionen stark ab, denn wir ziehen ihren gesellschaftsnützlichen Charakter in Zweifel. Für Oberflächliche: Wir sind Atheisten. Für Interessierte: Wir sind Pantheisten. Der Pantheismus verneint die Existenz eines personifizierten Gottes. Gott ist Alles, formulierte der Pantheist Baruch de Spinoza, ein Nachfolger des von der katholischen Inquisition verbrannten Philosophen Giordano Bruno. Spinoza war sich bei seiner Formulierung im Klaren, dass die Begrifflichkeit “Gott” durch die “Alles”-Definition ihre Relevanz verliert. Spinoza formulierte das als eine bewusste Spitze gegen die Vorstellung des personifizierten Gottes in Judentum und Christentum.



FRAGE:
Teilweise könnte man meinen, LVLC vertritt exakt die Forderungen des Feminismus. Was ist da dran?

ANTWORT:
Der Feminismus zieht aus unserer Sicht historische Berechtigung aus seinem Widerstand gegen das wilhelminische Geschlechter-Klischee des 19. Jahrhundert. In den 70-er Jahren des 20. Jahrhundert sorgte die Kölner Journalistin Alice Schwarzer für eine dogmatische Verhärtung der deutschen Feminismus-Bewegung. Vordenkerinnen und Trittbrett-Fahrerinnen gab es zur gleichen Zeit in den Vereinigten Staaten von Amerika. Gemeinsam war den Damen, dass sie eine lobby- oder sogar geschäftsorientierte Propaganda-Arbeit leisteten. Männer wurden aufgrund des schieren Vorhandenseins ihres Geschlechtstriebs kriminalisiert. - Da sich Männer aber naturgegeben den Forderungen der Frauen beugen, um sich deren Gunst zu erhalten, konnte die vereinigte Frauenschaft Jahre später ein “seltsames” Phänomen feststellen: Es gab nur noch Männer, die den Frauen zuwillen waren. Und die Frauen widerte diese Willfährigkeit an. Jetzt wurde auch ein eklatanter Widerspruch zur beliebten “Hormon-Theorie” deutlich: Frauen offenbarten sich in ihrem mindestens ebenso starken Geschlechtstrieb wie die Männer es zuvor getan hatten.

Mit anderen Worten: Man kann das eine Extrem nicht durch das andere Extrem ersetzen! LVLC teilt einige Forderungen des Feminismus, lehnt andere dagegen vehement ab. Mögen einige Wege die gleichen sein, das Ziel ist ein gänzlich anderes: Wir möchten die Stärke von Frauen zeigen. Damit aus dem Bild eine Wirklichkeit wird. Wir wollen die freie, verantwortliche, lustvolle, selbstbewusste Frau. Weil sie die Grundlage für unsere eigene Freiheit, unsere eigene Verantwortung und unsere eigene Lust ist.

Wir treten aktiv gegen das KKK-Modell des christlichen Konservatismus ein. Durch die anhaltende Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit wird dieses Eintreten sehr nötig, denn die Errungenschaften der 70-er Jahre könnten in kürzester Zeit wieder rückgängig gemacht werden. Wir empfinden keine Achtung für Männer, die Frauen zurück an den Herd drängen. Und noch weniger Achtung können wir gegenüber Frauen empfinden, die sich - aus Gründen der Bequemlichkeit - zurück an Herd und Wiege drängen lassen.

Das Argument der “überalterten Bevölkerung” lassen wir nicht gelten. Die Zahl der Geburten lässt sich nicht dadurch erhöhen, dass man den Rückzug der Frau in die Immobilität des Eigenheims staatlich subventioniert. Und innerhalb einer einzigen Generation wird sich das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen wieder austarieren. Ganz einfach aufgrund der Tatsache, dass die solidarisch finanzierte Gesundheits- und Altersvorsorge Deutschlands im Zusammenbruch begriffen ist. Auch das Argument, die Geburtenrate des Staates Deutschland müsse deshalb stark ansteigen, um an Einfluss-Potenzial gegenüber anderen Nationalstaaten zu gewinnen, akzeptieren wir nicht. Wir lehnen es sogar aktiv ab. Denn das Argument deutet auf den Willen zur militärischen Aggression. Die Nationalsozialisten vertraten dieses Argument mit Slogans wie “Aktion Lebensraum” oder “Aktion Lebensborn”. - Wir hingegen denken, dass der Einfluss eines Staates gegenüber anderen Gemeinschaften nicht durch die Zahl seiner Köpfe wirksam sein soll. Sondern durch die Qualität dieser Köpfe.

Wir glauben, ein Regulierungs-Instrumentarium zu kennen, das wirksam jene geistige und körperliche Erschlaffung verhindert, die allgemein als Folge eines steigenden Wohlstands angenommen wird. Und dieser Wohlstand wird ohne jeden Zweifel eintreten, wenn die Bevölkerungszahl rückläufig ist.



FRAGE:
Auf Ihrer Seite fällt ab und an das Stichwort BDSM. Wir haben festgestellt, dass unter diesem Stichwort überwiegend solche Perverse ihre Ideen und Vorstellungen verbreiten, die ihre Genugtuung und ihre Lust aus dem Verprügeln, Schänden oder sonstigen Quälen von Frauen ziehen. Gehören Sie also auch zu diesen Leuten?


ANTWORT:
BDSM ist ein Sammelbegriff der unterschiedlichsten sexuellen Farbgebungen. Sie treffen in diesem Umfeld auf Leute beiderlei Geschlechts, die völlig vernarrt in das Tragen hautenger Latex-Kleidung sein können. Sie treffen auf Jungs, die ihre Lust daraus ziehen, Frauen zu beherrschen. Sie treffen auf Frauen, die ihre Genugtuung darin finden, Männer zu dominieren. Sie treffen auf Bondage-Künstler und peitschenschwingende Damen, auf Fußfetischisten, Socken-Schnüffler, Anbeter getragener weiblicher Unterwäsche, zeigefreudige Paare, bunte Paradiesvögel, Lederschwule, Kampf-Amazonen, männliche Schmusekater, transsexuelle Mischwesen ...

Jedes einzelne dieser erotischen Bestimmungen oder Faibles grenzt sich in der Art seiner Lustgebung häufig scharf gegenüber dem nächsten Faible ab. So kann es dem Liebhaber weiblicher Füße völlig unverständlich sein, dass andere Männer Lust bei der Betrachtung oder Berührung der weiblichen Brust empfinden. Anderes Beispiel: Dominant-submissive Rollenspieler empfinden die Schmerz-Erotik der SM-ler häufig als barbarisch, brutal und vor allem als plump. Die schmerz-erotisch orientierten SM-ler, bislang mit der deutlichsten Selbst-Formulierung gegenüber der breiten Öffentlichkeit, halten umgekehrt die dominant-submissiven Rollenspieler für eine Gruppe etwas spinnerter “Hirnwichser”.

Trotz ihrer so unterschiedlich spezialisierten erotischen Neigungen finden sich diese Menschen unter dem Kürzel BDSM zusammen. BDSM ist - zumindest in Deutschland - eine Art nicht-kommerzieller Zweck-Gemeinschaft gegen Diskriminierung und Kriminalisierung durch die “normale” Gesamt-Gesellschaft. Solange die Doppelmoral der bürgerlichen Gesamt-Gesellschaft erhalten bleibt (“morgens zur Kirche, nachts in den Puff”), wird auch diese Zweckgemeinschaft erhalten bleiben. Völlig unvereinbar Scheinendes wird durch den gesellschaftlichen Druck von außen zusammengeschweißt.

LVLC / Die liebevolle Verachtung spezialisiert sich mit seiner Internet-Seite loving-contempt.com nicht nur auf die Lust-Bedürfnisse dominant-submissiver Rollenspieler. Es widmet sich - noch spezieller -  der weiblichen Dominanz und der männlichen Submission. Die Redaktion von LVLC kann die emotionalen Beweggründe sexuell dominanter Männer also nicht nachvollziehen. Insofern sehen wir auch keinen Grund, etwa für diese Gruppe zu sprechen.

Aus einem Grund nehmen wir sexuell dominante Männer in Schutz. Aus einem anderen Grund kritisieren wir sie und setzen uns äußerst scharf gegenüber ihnen ab.

Zunächst also das Schutz-Argument: Wir haben Toleranz schätzen gelernt. Wir haben dabei erkannt, dass man Toleranz nicht empfangen kann, wenn man sie gleichzeitig nicht zu geben bereit ist.

Wesentliches Kriterium für die “gesellschaftliche Zulässigkeit” männlicher Dominanz ist dabei aus unserer Sicht, dass diese Dominanz auf eine EINVERNEHMLICHE weibliche Submission trifft. Wir TOLERIEREN sogar, dass Männer ihre Partnerinnen schlagen - VORAUSGESETZT, diese Frauen fordern die Schläge ein. (Getreu dem Motto der “Ärzte”: “Manchmal mögen Frauen ein bisschen Haue gern”). Anders ausgedrückt: Wir tolerieren, wenn Frauen dabei Lust empfinden, von ihren Männern geschlagen oder gedemütigt zu werden. Aus einem ganz simplen Grund: Wir werden an dieser Art des Lustempfindens nichts ändern, ganz egal, ob es uns persönlich zuwider ist oder nicht. Unsere Fragestellung beschränkt sich auf die Aspekte: “Empfinden beide Seiten bei der entsprechenden Handlung einen Gewinn? / Erleidet eine der beteiligten Seiten einen Schaden?” Falls die erste Frage mit ja und die zweite Frage mit nein zu beantworten ist, erübrigt sich alles weitere Lamentieren, sei es in einem säuerlichen oder sei es in einem empörten Tonfall hochtrabender Moral.

Nun kommt das Kritik-Argument gegenüber den “lustvoll schlagenden Männern” und den “nach Schlägen gierenden Frauen”:

Wir glauben nicht daran, dass die körperliche und/oder geistige Dominanz des Mannes gegenüber der Frau naturgegeben ist. Wir streiten es sogar vehement und unter Beleg naturwissenschaftlicher Empirie ab. Wir goutieren das Modell “männlicher TOP, weibliche BOTTOM” DESHALB nicht, weil wir darin nur eine Überspitzung des “normalen” Geschlechter-Verhaltens sehen. Mit “normal” meinen wir in diesem Zusammenhang eine Klischee-Gebung der beiden menschlichen Geschlechter, die während der erzkonservativen Restaurationsphase des 19. Jahrhunderts mit dem Wiener Kongress begann, sich in wilhelmischer bzw. viktorianischer Zeit verfestigte und während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zu ihren abstrusen Höhepunkten fand. - Wir verachten aus der ganzen Tiefe unseres Herzens ein Gesellschaftsmodell, in dem die Frau auf die berühmt-berüchtigten drei K (“Küche”, “Kinder”, “Kirche”) fixiert wird (bzw.: sich fixieren lässt!)

Wir wollen freie und wir wollen starke Frauen - keineswegs aus einem vorgeschobenen Altruismus, sondern sehr wohl aus Eigennutz: Kleine, piepsende Püppchen, die Jungs von unter herauf anhimmeln, widern uns an und verschaffen uns Gefühle des Ekels, der Aggression und des Widerwillens. So, wie keine freie selbstverantwortliche Frau dieser Welt einen männlichen Rockzipfelhänger schätzt, so kann kein freier, selbstverantwortlicher Mann eine Hosenzipfelhängerin dulden.

Unser Credo: Kinder sind Schutzobjekte. Erwachsene Menschen, egal welchen Geschlechts, haben hingegen die Verpflichtung zur individuellen Übernahme von Verantwortung.



FRAGE:
Leute wie Sie, die solch eine Internet-Seite machen, müssen ja irgendwie abseitig veranlagt sein, oder? Normal ist das jedenfalls nicht.

ANTWORT:
Das Adjektiv “normal” leitet sich vom Substantiv “Norm” her. Normen mögen bei der Kalibrierung von Saatgut oder bei EU-Richtlinien zur Größensortierung von Äpfeln einen (gewissen) Sinn ergeben. Sie ergeben auch im menschlichen Verhalten einen Sinn, nämlich genau den, dass die Welt so beschissen bleibt, wie wir sie schon immer kannten. Differenzierter ausgedrückt: Wir möchten Verhaltenskonventionen (in diesem Fall solche erotischer Widmung) daraufhin hinterfragen, ob sie ihre Berechtigung aufgrund veränderter Umwelt-Bedingungen eingebüßt haben oder nicht.

Wenn wir nach Analyse der gesellschaftspolitiischen Situation zu der Einsicht gelangen müssen, dass eine Norm ihre sozial nützliche Funktion verloren hat oder sich gar ins Asoziale hin auswirkt, nehmen wir uns die Freiheit, diese Norm in ihrer Absurdität darzustellen und zu konterkarieren oder sie - in positiver Formulierung - durch ein Gegenmodell zu ersetzen.

Mit dem Begriff der Normalität pflegt sich in aller Regel die ängstliche, einer scharfen Gruppen-Räson unterzogene Bevölkerungs-Mehrheit zu schmücken. Diese Mehrheit trägt nicht zu neuen oder zu aktuell sinnvollen Impulsen für unsere Gesellschaften bei. Gesellschaften mit durchgehend normierten Menschen sind zum Erstarren und zum Untergang verurteilt (Sicherheits-Fetischismus der deutschen Beamtenschaft, Entscheidungsunfähigkeit bei den Angestellten einer Firma). Nur diejenigen, die Normen im Zweifelsfall überwinden, häufig um den Preis der individuellen Einsamkeit, können umweltnötige Korrekturen für ihre Gesellschaften durchsetzen.

Nach den Maßstäben der “Normalität” rechtfertigt sich der Durchschnitt einer Bevölkerung, statistisch dargestellt im Mittelbereich einer Gaußschen Normal-Verteilung, gegenüber seinen Extrem-Werten. Wir schlagen Ihnen vor, die Begriffe der “Norm” und des “Normalen” bei Fragen des menschlichen  Verhaltens außen vor zu lassen. Und wir provozieren Sie mit dem Vorschlag, die Begrifflichkeit “normal” durch den Begriff “durchschnittlich” zu ersetzen. Denn genau diesen Sachverhalt des unauffälligen, massenkonformen Durchschnittsverhaltens sprechen Sie an, wenn Sie sich mit dem Begriff “normal” von den “Perversen da draußen” abgrenzen.

Merken Sie etwas? Die Begrifflichkeit “Durchschnitt” trifft das, was Sie sagen, aus unserer Sicht auf einer versachlichten Ebene. - Aber als “Nicht-BDSM-ler” würden Sie sich niemals als durchschnittlich betiteln wollen. - Warum nicht? Ihr Selbstwertgefühl und Ihre (legitime) Eitelkeit wehren sich mit aller emotionaler Kraft dagegen!



FRAGE:
Warum sind nur Teile dieser Homepage ganz kostenfrei?


ANTWORT:
Der deutsche Gesetzgeber wirkt darauf hin, sogenannte potenziell jugendgefährdende Inhalte zu einer Kostenpflichtigkeit zu verdammen. Um Rechtssicherheit für dieses Angebot zu schaffen, können deshalb kostenfrei  nur die rein informations-orientierten Inhalte sowie allgemeine, in ihrer Aussage-Intensität gemilderte Hinweise auf das jugendgeschützte, kostenpflichtige Angebot gemacht werden.

Davon abgesehen werden Sie als Verbraucher festgestellt haben, dass fast alle journalistisch orientierten  oder unterhaltungsorientierten Medienangebote nach und nach zur Kostenpflichtigkeit ihrer Dienstleistung übergehen. Das hat einen einfachen Grund: Auch aus unternehmerischer Sicht muss eine Kostendeckung medialer Inhalte angestrebt werden. Einmalige und laufende Fixkosten sowie die variablen Kosten eines Medien-Angebots finanzieren sich nicht “von Luft und Liebe”. LVLC muss mit Lohnkosten, Honorarkosten, laufenden Domain-Kosten kalkulieren. Wir bitten Sie um Verständnis für diese unternehmerische Notwendigkeit


FRAGE:
Wie kommt man darauf, ausgerechnet solch eine Internet-Seite zu machen?

ANTWORT:
Aus Neigungsgründen. Aus künstlerischen Gründen. Vor allem aus Gründen der liberalen Grund-Gesinnung, die u. E. immer ein gesamt-liberales Verständnis meinen sollte: Die Freiheit des Geistes und die verantwortliche Freiheit des wirtschaftlichen Handelns sind zwei untrennbare Geschwister. Das beides zusammengehört und sich gegenseitig bedingt, hat uns das “kleine” Nachbarvolk der Niederländer seit Jahrhunderten vorgeführt - in einer Form, die uns Deutsche durchaus beschämt sein lassen müsste - über unsere Arroganz und unseren ständigen Ruf nach dem starken, uns in Unmündigkeit haltenden Staat.

Ein noch wichtigerer Grund für die Existenz dieser Seite: Die erotische Widmung des dominant-submissiven Rollenspiels spiegelt ein biologisch verankertes Triebverhalten des Menschen. Die Sinnenhaftigkeit einer verfeinerten Erotik bietet die Möglichkeit, mit diesem Triebverhalten auf gesellschaftlich verantwortliche Weise umzugehen, dieses Verhalten also in Bahnen zu lenken, die eine soziale Befriedung ermöglichen. Das ist vergleichbar mit den funktionierenden Ansätzen, das natürliche menschliche Aggressionsverhalten über das Mittel des sportlichen Wettkampfs in nicht-militärische, entschärfte Bahnen zu lenken.

Nicht das Triebverhalten des menschlichen Individuums selbst ist gefährlich für die Gemeinschaft der Menschen, sondern der Stau dieses Triebes. Der nach-freudianische Psychoanalytiker Wilhelm Reich veröffentlichte bereits vor Jahrzehnten sehr scharfsinnige Arbeiten zu diesem Thema.

Ein letzter wesentlicher Grund für die Existenz dieser Seite: Im 19. Jahrhundert wurde von den macht-inhabenden gesellschaftlichen Kreisen für das Verhalten von Frauen und Männern ein Rollenklischee etabliert, das noch heute von großen Teilen der Bevölkerung als “naturgegeben” gewähnt wird. Zu diesem Rollenklischee gehört die unbeholfene, dumme, schöne, aus jeder Verantwortung entlassene Frau. Auf der anderen Seite der geschickte, fortschrittsgebende, bärenhaft starke und dauerverantwortliche Mann. Dieses Dogmenbild beruht und beruhte vor allem auf männlichen Ängsten und männlichen Minderwertigkeitskomplexen und der männlichen Furcht, das Weib könne den Mann überflügeln und zur unkalkulierbaren Instanz im Leben des Mannes werden.

LVLC bemerkt hierzu: Kalkulierbar ist im Leben genau eines: der sicher eintretende Tod. Es ist eine Frage der menschlichen Souveränität und der Frustrationstoleranz, Unwägbarkeiten als lebensimmanent zu erkennen. Als gefährlich und sozialschädlich sieht LVLC hier insbesondere das Dogmenbild der christlichen Kirchen und ihrer monotheistischen Bruderreligionen an, da diese “institutionalisierten Spiritualitäts-Größen” den einzelnen Menschen - mit Verweis auf ein post-mortales Paradies - aus seiner individuellen Verantwortung entlassen und damit die “pre-mortale” Erde zu einem sozialen Höllental stempeln und formen.



FRAGE:
Sind die Betreiber und Inhaltsgeber von LVLC pervers?


ANTWORT:
Wir sind nicht massen-konform. Sofern das pervers sein sollte: ja, gern.




Für die Beantwortung weiterer Fragen steht LVLC gern bereit - freilich, sofern diese Fragen auf offensichtliche Polemik, Ehrabschneidungen oder Unsachlichkeiten vergleichbarer Natur verzichten.


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